Hamster-Kauf in ländlicher Idylle

Da wurde ich die letzten Jahre immer wieder von belächelt bis aufs übelste angegriffen zum folgenden Thema. Denn ohne selbst ein solcher zu sein, und wenn dann höchstens als blutiger Anfänger zu betrachten, interessiere ich mich für die Prepper Szene. Spannende Ideen zu den Ursachen, die da möglich wären. Vom Asteroideneinschlag, über irdische Naturkatastrophen bis hin zur Alieninvasion. Eigentlich so selbstreflektierend ganz nett. Auch die Massnahmen der Prepper, von einfachen, barikadierten Kellern mit Lebensmittelvorräten bis hin zu unterirdischen Luxusbunkern mit eigener Wasseraufbereitung und Waffensystemen ist alles da. Eine wahrlich verrückte Gruppe von Leuten, oder?!

Nun die Kritik der Antiprepper: Das Preppen alleine scheure die Ursache hervor! Alles verknorzte Verschwörungstheoretiker, Spinner vom Feinsten… etc.

Naja, und als Interessent dieser: Selbe Beurteilung.

Jetzt kommts aber: Meggen, ein idyllisches kleines Dorf am Vierwaldstättersee. Die Schwalben fliegen und pfeifen, die Leute arbeiten und verrichten, wie es sich für einen pflichtbewussten Bürger versteht, seine Aufgaben, und dann kommts:

Um 1746 Uhr betrete ich, nachdem im Büro noch das BR und RR Interview gelauscht habe die wohlbekannte Filiale unseres Primärversorgers, Coop. Und in diesem Moment wusste ich nicht ob Coop für die Kooperative steht wie einst gedacht oder für Chaos-Ohne-Oberstübligeschädigte-Prepper.

Nudeln, weg!, ausser die ganz gesunden, etwas teureren Dinkelteigwaren. Bananen, als wäre eine Horde Affen durch die Obstabteilung gerauscht. Kartoffeln, des Schweizers Lieblingsgemüse in Kriesenzeiten, weg! und anderes wie Olivenöl, Schokolade, etc.
Nun stand ich also da und wollte eigentlich nur den üblichen Feierabendeinkauf erledigen, damit meine Familie bis am Montag durchgefüttert werden kann und dann steht man da in Mitten einer obskuren, im Megger Untergrund gehaltenen Prepperszene. Mittendrin. Unausweichlich.
Mit einer gewissen Scham legte ich dann eine Flasche, EINE Flasche Rapsöl, zwei Salatgurken und etwas Käse in den Korb. Alle gut zu konservierenden Lebensmittel getraute ich mich nicht zu kaufen. Umringt von der Megger Underground Prepper Szene, kurz MEUPS, schlich ich mich irritiert davon und genoss meine frische, selbstgemachte, nicht präparierte Kohlsuppe.

En Guete, liebe Leute…

 

Computerlogbuch von Birrer, CH-Zeit 14.03.2020, 17:34 Uhr Nachtrag:

Es ist Samstagmittag. Nach Erholung des gestrigen Einkaufsmarathons dachte ich mir,
wieso nicht mal wieder in der “Alten Heimat” einkaufen gehen, im Migros der MythenCenter Ibach-Schwyz.