Gestörtes Sozialbewusstsein

Mein Gedanke am heutigen Abend war: „Seid ihr nun alle komplett übergeschnappt?“

Doch beginnen wir mal am Anfang. Da lese ich in wohliger Gemütlichkeit, nach einem 18 Stunden Arbeitstag, die Nachrichten. Doch mehr Energie als 18 Stunden am Stück zu arbeiten, in einer Aufgabe die einem erfüllt und weitgehend Spass macht, benötigten diese 10 ruhigen Minuten um 23:30 Uhr bequem auf dem Sofa sitzend.

Erst denkt man sich ja dabei es handle sich um einen schlechten Witz, doch merkt dann rasch, dass der April nun sein jähes Ende fand.

Ach wie stolz sind wir Schweizer doch auf unser Sozialsystem. Eine AHV die den aus der Arbeitswelt ausrangierten über die runden helfen soll, ein mehrstufiges Steuersystem, den kantonalen und nationalen Finanzausgleich und die obligatorische Krankenversicherung.

Manch einer mag diese aufgezwungenen Entwendungen des Vermögens und Einkommens als ungerecht empfinden. Andere wiederum schwören auf die breite Abstüzung des Gesamten, um Sicherheit und Wohlstand zu rechtfertigen.

Doch wo bleibt da die Gerechtigkeit und vor allem das Soziale, wenn man einerseits gezwungen wird diese Abgaben zu leisten, dies mit dem oben genannten Vorwand der Solidarität und bei Eintreffen eines Schicksals, zu welchem genau diese Sozialinstitutionen greifen sollen, versagen Dieselben.

Gerade bei den Krankenkassen wird ein exorbitanter Gewinn ausgewiesen, eine Armee an Verwaltungsfachkräften beschäftigt und im gleichen Atemzug werden hunderttausende Betreibungen im Jahre 2017 den säumigen Prämienzahlern an den Hals gesetzt. Interessant wäre eine Relationsstatistik zu sehen in welche der Zusammenhang zwischen Einkommen/Vermögen/Staatsbetreibungen darstellt.

Und hier eine Klammer, da die KK auch per Gesetz verpflichtend ist deklariere ich dies als Staatsausgabe. Genauso AHV, Steuern, BVG, etc. Ob ich nun als Bürger hier oder dort einzahle ist unerheblich. Es wird mir mit der Gewalt des Staatsapparates aus dem Portemonnaie gerissen.

Und dazu gleich die zweite Klammer meinerseits. Es geht mir nicht darum die genannten Institutionen abzuschaffen oder eine Bereitschaft zur nicht-Finanzierung zu signalisieren.

Es geht mir darum, dass es nicht sein kann, dass man dem einfachen Bürger der täglich seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen nachgeht; der pflichtbewusst seine Familie und sich selbst ernährt; Der seine Miete bezahlt und die anderen Mitbürger in Frieden lässt, dermassen geblendet wird.

Das System, das primär nicht durch die Mehrheit der einfachen Bürger bestimmt ist, zwingt diese zu horrenden Ausgaben die kaum mehr Raum für Freiheit lassen. Selbstverständlich kann man nun kommen und mit der Demokratie und den damit verbundenen Einflussmöglichkeiten hervortreten. So könne ja jeder dem es nicht passt eine Initiative starten. Doch sollten wir uns eher in der Rolle des Esels sehen, die Karotte vor dem Gesicht baumelnd hypnotisiert, von den wahren Massnahmen abgelenkt die getroffen werden müssten und stetig und müde die Elite durch den Raum tragend.

Wie erwähnt geht es nicht um die Abschaffung der Beteiligung an das grosse Ganze, unseren Staat. Aber wozu dient es, wenn nicht genau dazu den Ärmsten und Bedürftigsten, sowie den Schutzbedürftigen und der Arbeiterklasse / Mittelschicht zu helfen?

Hunderttausende von Betreibungen in einem Jahr wegen den KK Prämien! Schwarze Listen die nur dem einen Zweck dienen, nämlich der Reduktion von Ausgaben. Dass die Versicherungen bei den Ausgaben unternehmerisch funktionieren mag ja gerechtfertigt sein. Jedoch hat man als Bürger keine Freiheit zur Entscheidung ob man diese Ausgabe überhaupt tätigen will und kann. Selbst die Höhe ist im Minimum nicht verhandelbar.

Hier rufe ich aktiv einerseits die Linken auf, diesen Missstand nicht nur mit unsinnigen Demos, Steinwurfaktionen oder anderem Blödsinn  zu bereinigen. Und ich rufe die Rechte auf ohne Polemik, Schuldzuschiebung auf die Asyproblematik und dem eigentlichen Inhalt: Eine Partei für das Volk zu sein, ebenfalls Massnahmen nicht nur einmal mehr zu Tode zu diskutieren, sondern zu handeln.

Es braucht nun eine gesamtheitliche Reform durch alle Parteien. Das klare Ziel ein Staat der sich um sein Volk auf soziale, unternemherische und in ethisch korrekter Manier einsetzt!

Sofern man nicht über eine ausserordentliche Ader zur Unvernunft hat, sich täglich mit vollem Einsatz in die Arbeitswelt einfügt und keinem Anderen Leid zufügt, sollte kein Schweizer sich sorgen machen müssen….

… dass er seine Miete nicht bezahlen kann

… dass er Hunger haben muss oder sich nicht gesund ernähren kann

… dass er die vom Staat geforderten Abgaben mit Gewalt abgenommen bekommt, wenn die Mittel nicht ausreichen

… dass er bei einem medizinischen Problem keine Versorgung erhält

… dass er auf Grund seines Standes sozial ausgegrenzt wird

… dass er mit über 50 Jahren auf dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt wird

und so weiter. Ich denke die Absicht geht klar hervor. (ps. Er steht auch für „Sie“ und alle andren genderkonformen Anreden).

obwohl schon viel geschrieben hier ein weiteres Müsterchen, welches die Situation beschreibt. Zb wird den Hebammen eine Art 24×7 Standby Pikett vorgeschrieben, jedoch ohne Bereitschaftsentschädigung (Bspw seit 2005 im Kt. Luzern). Geht man jedoch mit dem selben Anliegen zum Arzt, so kann dieser diese Leistungen vollumfänglich abrechnen. Ein weiteres Beispiel wie der Staat, die Politik und die Verwaltung Leistung einfordert, jedoch nicht bereit ist eine angemessene Gegenleistung zu erbringen.

Nein, ich habe kein Patentrezept zur Lösung. Aber beginnt wenigstens auf dem Boden der Realität Lösungen zu erarbeiten und setzt diese dann auch gemäss den gefällten Volksentscheiden um.

Vergesst nicht! Ihr Parlamentarier aller Stufen seid unsere Vertreter in der Gesetzgebung und nicht die eingeber eurer Partikularinteressen! und ihr alle Verwaltungangestellte seid angestellt um uns, der Zivilbevölkerung, zu dienen und nicht uns zu pisakken.

Alles andere wäre eine durch die parlamentarische Gilde gesteuerte Verwaltungsdiktatur gepuffert durch die Regierungsorgane.

 

Quintesenz: Wir Bürger setzen uns monetär und andersweitig gerne für die Gesellschaft ein, verlangen im Gegenzug bei Bedarf auch nicht hangen gelassen zu werden.