Vaterschaftsurlaub

Folgender Artikel inspiererte mich zu meiner Meinung:

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/12584775?fb_action_ids=1019379008121118&fb_action_types=og.recommends

Ich durfte vor kurzem auch Vater werden und aus eigener Erfahrung kann ich aus 2 1/2 Gründen bestätigen, dass ein Vaterschaftsurlaub im Anschluss an die Geburt ziemlich sinnfrei ist. Prämisse: Die primäre Referenzperson in den ersten Tagen/Wochen des Kindes ist die Mutter. Dieser muss man trotz des hohen Einsatzes zur Baby-Betreuung ein wohlfühl-Klima schaffen, um diese Aufgabe gut wahrzunehmen, sowie sich von der Geburt erholen zu können.

1. Die Unterstützung der Mutter und dem Kind gegenüber muss nicht mit 100% in den ersten 20 Tagen statt finden. Sondern die ersten 6-12 Monate unterstützend zu Hause. Nicht permament aber konstant und immer wieder. 

2. Immer mehr in unserer Zeit rückt die Familie in den Hintergrund. Sofern möglich sollte man die Familie wieder stärken und (Ur-)Grosseltern, Geschwister, Göttis, Nachbarn, … in den Familienalltag miteinbeziehen. 

3. Je nach Beruf ist eine 20 tägige Abwesenheit im Unternehmen, meist bei einer Geburt nicht datumsgenau planbar, gerade bei kleineren KMU ein gravierender Einschnitt in die Produktivität oder gar geschäftsschädigend. 

Mein konkreter Vorschlag ist: 4 Tage Urlaub für die Geburt und das „Nachhausekommen“ (Was nicht zwingend en bloque sein muss); dann die Möglichkeit die ersten sechs Monate 90% zu arbeiten. 

Begründung: Die Geburt ist anstrengend und zu Hause kann man innert 4 Tagen Vorbereitungen für die Heimkunft der Mutter und des Kindes treffen. Auch das nach Hause-Begleiten liegt dann drin. Mit 1/2 Tag pro Woche je nach dem auch aufteilbar auf mehrere Tage (bspw. 2x die Woche 2 Std. früher Feierabend) kann der Mann die wichtigsten Erledigungen durchführen; hat ganze sechs Monate Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen und ist eine konstante Hilfe im Haushalt. Der Arbeitgeber wird weniger belastet und kann diese 10% relativ einfach kompensieren. Dazu kommt, dass nach 20 Tagen Abwesenheit die angestaute Arbeit meist zu soviel Stress führt, dass die Überstunden nach 20 Tagen sich türmen und dies auch nichts der jungen Familie bringt.